Wieso bekomme ich Spam? Woher haben die meine E-Mail-Adresse?
Es gibt so viele Möglichkeiten an Ihre E-Mail-Adresse zu gelangen, dass Sie im Einzelfall nicht werden nachvollziehen können, wie Sie in der Adresssammlung eines Spammers gelandet sind. Aber es hilft, die Mechanismen zu kennen, um sie eventuell umgehen zu können.
Wie kommen Spammer an Ihre E-Mail-Adresse?
- Ausprobieren
Viele E-Mail-Serviceanbieter, z.B. GMX, HotMail, Web.de, Yahoo, usw., haben sehr viele Kunden. Für Spammer lohnt es sich in diesen Fällen, einfach alle Buchstaben- oder Silbenkombinationen der Reihe nach durchzuprobieren. Wenn eine E-Mail nicht zurückkommt, stehen die Chancen gut, dass sie angekommen ist. Wenn z.B. der E-Mail-Serviceanbieter bei jeder ungültigen Adresse eine Antwort schickt, dass die E-Mail nicht zugestellt werden konnte, so sind alle Adressen gültig, bei denen keine solche Antwort kommt. Bingo!
- Einsammeln
Wenn Sie im Internet unterwegs sind, hinterlassen Sie Spuren. In einem Beitrag in einer News-Group müssen Sie zum Beispiel Ihre E-Mail-Adresse hinterlassen. In der EU sind sie gesetzlich verpflichtet, auf Ihrer Webseite ein Impressum mit Kontaktmöglichkeiten inklusive E-Mail-Adresse anzugeben. Spammer betreiben Programme ("Harvester", "Robots" oder "Spider"), die automatisch alle E-Mail-Adressen, die sie in News-Groups und im Internet finden, einsammeln.
- Eintragen
Wenn Sie sich für einen Newsletter anmelden oder in eine Mailingliste eintragen, müssen Sie Ihre korrekte E-Mail-Adresse angeben. Einige Newsletter werden nur betrieben, um an die E-Mail-Adressen der Abonnenten zu gelangen ("Kostenlose Nacktfotos täglich per E-Mail").
Mailinglisten hingegen werden meistens über ein Programm verwaltet und betrieben. Einige dieser Programme bieten Optionen, sich eine Liste aller Abonnenten per E-Mail zuschicken zu lassen. Falls der Betreiber der Mailingliste diese Option nicht sperrt, ist sie natürlich ein besonderer Leckerbissen für Spammer. Denn die Mitglieder der Mailingliste haben alle mindestens ein gemeinsames Interessengebiet: Das Thema der Mailingliste!
- Bestätigen
Wenn Sie Spam erhalten, sollten Sie sich nie direkt beim Absender beschweren! Denn durch die Beschwerde bekommt er eine direkte Bestätigung, daß die E-Mail-Adresse aktiv genutzt wird. Gleiches gilt für die Links, die am Ende einiger Spam-Mails angeboten werden: "Um nicht mehr über unsere Produkte informiert zu werden, klicken Sie bitte hier: ..." Nicht klicken! Auch hier bestätigen Sie nur, dass die E-Mail-Adresse korrekt ist und benutzt wird. Sie würden nur noch mehr Spam erhalten. Mit Auto-Reply und Abwesenheitsschaltung ("Danke für Ihre E-Mail - ich beantworte sie, wenn ich am 8. aus dem Urlaub zurück bin!") erreichen Sie übrigens das gleiche.
- Kaufen
Listen mit Millionen von E-Mail-Adressen können gegen geringes Entgelt erworben werden. Spam-Mails, die entsprechende CDs bewerben, haben Sie vermutlich selber schon erhalten.
- Missbrauchen
Eine relative neue Entwicklung ist die Benutzung von Spam-Bot-Netzwerken. Dabei werden Firmen- und Privatrechner ("Wirte") mit Viren infiziert, die ein Netzwerk aufbauen. Diese sogenannten "Bots" (von "Roboter") sammeln auf dem infizierten System alle E-Mail-Adressen ein, die sie finden können. Dadurch erhält der Spammer viele neue, gültige E-Mail-Adressen.
Irgendwann bekommen alle infizierten Wirte vom Rechner des Spammers eine E-Mail, die sie dann auf sein Kommando hin weiterverschicken. Dabei benutzen die Wirte wiederum die E-Mail-Adressen, die sie auf dem jeweiligen System finden. Besonders perfide an dieser Methode ist, dass ein gültiger Absender in der E-Mail steht: die E-Mail-Adresse der Besitzerin bzw. des Besitzers des infizierten Rechners. Es sieht also für die Empfänger so aus, als ob diese Person ihnen Viren, Spam oder sogar E-Mails mit faschistischen Inhalten schickt! Die Besitzer der Wirts-Rechner haben mit Rufschädigung und massiven Beschwerden zu kämpfen.
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